Warum Validierung entscheidend für verlässliche Forschungsergebnisse ist
Antikörper gehören zu den am häufigsten eingesetzten Werkzeugen in der Life-Science-Forschung und kommen in zahlreichen Anwendungen zum Einsatz, darunter Western Blot, Durchflusszytometrie, Immunhistochemie und Immunfluoreszenz. Doch selbst ein sorgfältig geplantes Experiment kann beeinträchtigt werden, wenn der verwendete Antikörper nicht ausreichend validiert wurde.
Die Antikörpervalidierung dient dazu, zu bestätigen, dass ein Antikörper spezifisch sein gewünschtes Ziel erkennt und in der vorgesehenen Anwendung zuverlässig funktioniert. Da sich Validierungsmethoden und der Umfang der verfügbaren Daten je nach Antikörper unterscheiden können, hilft ein grundlegendes Verständnis der verschiedenen Verfahren dabei, Antikörper gezielter auszuwählen und unnötige experimentelle Rückschläge zu vermeiden.
Warum die Antikörpervalidierung wichtig ist
Eine zuverlässige Antikörperleistung ist entscheidend für aussagekräftige und reproduzierbare wissenschaftliche Daten. Idealerweise erkennt ein Antikörper ausschließlich das gewünschte Ziel und zeigt nur minimale Wechselwirkungen mit anderen Proteinen.
Unspezifische Bindungen oder Kreuzreaktivitäten können Hintergrundsignale, unerwartete Färbungen oder zusätzliche Banden verursachen und dadurch die Interpretation experimenteller Ergebnisse erschweren.
Aus diesem Grund kombiniert die moderne Antikörpervalidierung zunehmend mehrere sich ergänzende Ansätze, anstatt sich auf eine einzige Methode zu stützen, um Spezifität und Leistung nachzuweisen.
Spezifität: ein zentraler Bestandteil der Antikörpervalidierung
Eine der zentralen Fragen bei der Validierung lautet: Erkennt der Antikörper tatsächlich spezifisch das gewünschte Zielprotein?
Der Nachweis dieser Spezifität kann anspruchsvoll sein, da verwandte Proteine, Isoformen oder Proteine mit ähnlichen Epitopen zu unerwünschten Wechselwirkungen führen können.
Groß angelegte Screening-Technologien liefern zusätzliche Informationen, indem sie die Bindung eines Antikörpers an eine Vielzahl unterschiedlicher Proteine untersuchen. Auf diese Weise können potenzielle Kreuzreaktivitäten erkannt werden, die bei einer herkömmlichen Untersuchung eines einzelnen Targets möglicherweise unentdeckt bleiben.
Das Ziel besteht daher nicht nur darin, nachzuweisen, dass ein Antikörper an sein beabsichtigtes Protein bindet, sondern auch zu beurteilen, ob unter relevanten Versuchsbedingungen unbeabsichtigte Bindungen auftreten.
Proteom-Microarrays
Mit Human-Proteom-Microarrays können Antikörper gleichzeitig gegen Tausende rekombinante Proteine getestet werden.
Dieser umfassende Ansatz kann dabei helfen, mögliche Off-Target-Interaktionen zu identifizieren und liefert zusätzliche Informationen über die Spezifität eines Antikörpers, die über die alleinige Untersuchung des gewünschten Targets hinausgehen.
Eine solche umfassende Spezifitätsprüfung kann insbesondere bei sensitiven Anwendungen wie Durchflusszytometrie, Immunfluoreszenz oder Biomarker-Forschung von Vorteil sein, da unerwünschte Bindungen die Interpretation der Daten beeinflussen können.
Anwendungsspezifische Antikörpervalidierung
Die spezifische Erkennung des richtigen Targets bedeutet nicht automatisch, dass ein Antikörper in jeder experimentellen Methode gleich gut funktioniert.
Proteine können abhängig von der jeweiligen Anwendung in sehr unterschiedlicher Form vorliegen. Beim Western Blot werden Proteine in der Regel denaturiert und nach ihrer Größe getrennt. In der Immunhistochemie müssen Antikörper hingegen Proteine innerhalb erhaltener Gewebestrukturen erkennen. Die Durchflusszytometrie kann wiederum die Erkennung von Proteinen in ihrer nativen zellulären Umgebung erfordern.
Validierungsdaten sollten daher immer im Zusammenhang mit der vorgesehenen Anwendung betrachtet werden.
Validierung mittels Western-Blot
Der Western Blot wird häufig zur Bewertung der Leistung von Antikörpern eingesetzt.
Ein gut funktionierender Antikörper sollte das gewünschte Target beim erwarteten Molekulargewicht erkennen und dabei möglichst wenige unspezifische Banden erzeugen.
Klare und reproduzierbare Bandenmuster können wichtige Hinweise darauf liefern, dass ein Antikörper das vorgesehene Protein auch in einer komplexen Probe zuverlässig erkennt.
Validierung mittels Durchflusszytometrie
Bei der Durchflusszytometrie ist eine hohe Spezifität besonders wichtig, da unspezifische Bindungen die Identifizierung und Analyse einzelner Zellpopulationen beeinflussen können.
Durch entsprechende Validierung lässt sich untersuchen, ob ein Antikörper Target-positive Populationen zuverlässig unterscheidet und gleichzeitig eine ausreichend geringe Hintergrundfärbung aufweist.
Validierung in der Immunhistochemie und Immunfluoreszenz
Immunhistochemie (IHC) und Immunfluoreszenz (IF) ermöglichen die Visualisierung von Proteinen innerhalb von Zellen und Geweben unter Erhalt ihrer räumlichen Verteilung.
Bei der Validierung wird daher auch untersucht, ob das beobachtete Färbemuster mit der erwarteten biologischen Verteilung des Zielproteins übereinstimmt. Dies hilft dabei, eine tatsächliche Target-Lokalisation von möglichen unspezifischen Antikörperbindungen zu unterscheiden.
Tissue Microarrays
Tissue Microarrays (TMAs) ermöglichen es, die Färbemuster eines Antikörpers gleichzeitig in mehreren Gewebeproben auf einem einzigen Objektträger zu untersuchen.
Durch den Vergleich erwarteter positiver und negativer Gewebe lassen sich ungewöhnliche Färbemuster und mögliche Kreuzreaktivitäten erkennen. TMAs können außerdem wertvolle Informationen über die Sensitivität eines Antikörpers bei unterschiedlichen Expressionsniveaus des Zielproteins liefern.
Damit stellen Tissue Microarrays einen wertvollen Bestandteil umfassender Antikörpervalidierungsstrategien dar.
Über die Validierung hinaus: Sicherstellung der Reproduzierbarkeit
Zuverlässige Ergebnisse hängen nicht nur von der ursprünglichen Validierung eines Antikörpers ab. Ebenso wichtig ist eine gleichbleibende Leistung über einen längeren Zeitraum.
Qualitätskontrollmaßnahmen wie die Verifizierung der Antikörpersequenz können dazu beitragen, eine hohe Konsistenz zwischen verschiedenen Produktionschargen sicherzustellen und das Risiko von Schwankungen in langfristigen Forschungsprojekten zu reduzieren.
Dies kann besonders für Forschende relevant sein, die an mehrjährigen Studien oder Experimenten mit einer großen Anzahl an Proben arbeiten.
Antikörper mit mehr Sicherheit auswählen
Keine einzelne Validierungsmethode kann alle Fragen zur Leistungsfähigkeit eines Antikörpers beantworten. Unterschiedliche Verfahren liefern vielmehr ergänzende Informationen über Spezifität, Sensitivität und Eignung für bestimmte Forschungsanwendungen.
Die Berücksichtigung von proteomweiten Spezifitätsdaten, anwendungsspezifischen Tests, Gewebevalidierung und geeigneten Qualitätskontrollen kann dabei helfen, Antikörper fundierter auszuwählen, experimentelle Unsicherheiten zu reduzieren und die Reproduzierbarkeit von Forschungsergebnissen zu verbessern.
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NeoBiotechnologies –
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Bethyl Laboratories –
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Jackson ImmunoResearch –
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Literaturhinweise
Dieser Artikel basiert zum Teil auf dem Leitfaden von NeoBiotechnologies zu Methoden der Antikörpervalidierung.
Sikorski, K., Mehta, A., Inngjerdingen, M. et al. Eine Hochdurchsatz-Pipeline zur Validierung von Antikörpern. Nature Methods 15, 909–912 (2018). Veröffentlichung anzeigen
Uhlen, M., Bandrowski, A., Carr, S. et al. Ein Vorschlag zur Validierung von Antikörpern. Nature Methods 13, 823–827 (2016). Veröffentlichung anzeigen
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